Gefahren · 2025

Wo das Licht nicht aufhört.

Vierundzwanzig Tage, rund 7.100 Kilometer, von Frankfurt über die Öresundbrücke bis an den Lyngenfjord und hinaus auf die Lofoten. Ende August steht die Sonne dort oben noch mehr als neunzehn Stunden am Himmel — der Tag hört einfach nicht auf.

7.100 km24 Tage18 Stationen
Lofoten 20257.100 km · 18 Stationen · August 2025Deutschland → Dänemark → Schweden → Nordnorwegen und zurück.Mercator-Projektion; der Maßstabsbalken gilt bei 59,9° N.

Die Vermessung

Zeitraum
02. Aug. 2025 – 25. Aug. 2025 · 24 Tage
Strecke
7.100 km · Ø 296 km am Tag
Stationen
18 · längster Halt: Lyngseidet, 3 Tage
Route
Deutschland → Dänemark → Schweden → Norwegen → Schweden → Norwegen → Schweden → Dänemark → Deutschland
Tageslicht
14,3 h – 19,4 h

Zeitraum, Stationen und Tageslicht stammen aus den Aufnahmedaten der Fotos dieser Reise; die Linie folgt ihren Standorten entlang der gefahrenen Strecke, die Kilometer sind darum gerundet.

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Die Linie

Über Hamburg nach Jütland, dann die dänischen Brücken — Storebælt und Öresund — nach Malmö, und von dort die schwedische Ostküste hinauf: Höga Kusten, Umeå, Luleå, Kiruna. Ab Abisko wird aus der Strecke eine Landschaft. Weiter nach Norden bis an den Lyngenfjord, dann zurück über Narvik und die Vesterålen auf die Lofoten. Der Rückweg läuft nicht die Küste, sondern durch das schwedische Inland — Arjeplog, Östersund, Sveg —, dann Värmland, Strömstad, noch einmal über den Öresund und Dänemarks Westküste hinunter nach St. Peter-Ording.

LänderDE · DK · SE · NO18 Stationenrund 7.100 km
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Das Tempo

296 Kilometer am Tag — und das täuscht mehr als bei jeder anderen Reise: Gut die Hälfte der Strecke liegt in der Anfahrt und der Rückfahrt. Zwischen Abisko und den Lofoten sind die Etappen kurz, oben bleibt man stehen. Der längste Halt waren drei Tage am Lyngenfjord; das ist der Ort, an dem diese Reise aufgehört hat, eine Fahrt zu sein.

GerechnetØ 296 km/Tag24 Tagelängster Halt: Lyngseidet, 3 Tage
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Der Untergrund

Nach Island ist Nordnorwegen fahrtechnisch eine Erholung: Es gibt keine F-Straßen, keine Furten, kein Allrad-Gebot — bis auf die Lofoten hinaus ist alles asphaltiert. Was fordert, ist nicht der Belag, sondern die Breite. Die E10 über die Inseln ist streckenweise so schmal, dass der Gegenverkehr auf eine Ausweichbucht wartet, und hinter jeder Kuppe kann ein Wohnmobil stehen. Schotter beginnt erst dort, wo die Stichstraßen zu den Aussichtspunkten und Höfen abgehen — kurz, aber eng und ohne Wendemöglichkeit. Wer ein langes Fahrzeug fährt, plant die letzten zwei Kilometer anders als die ersten siebentausend.

Belagdurchgehend AsphaltAusweichbuchten statt zweiter SpurSchotter nur auf Stichstraßen
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Das Licht

Im August ist der Polartag vorbei, die Nacht aber noch nicht zurück. Am nördlichsten Punkt stand die Sonne 19,4 Stunden über dem Horizont, ganz im Süden der Reise 14,3 — fünf Stunden Unterschied auf derselben Reise. Was dazwischen liegt, ist kein Dunkel, sondern eine Dämmerung, die sich zwei Stunden Zeit lässt. Man fährt abends weiter, weil nichts einem sagt, dass es Abend ist.

Gerechnet14,3–19,4 h Tageslicht69,6° N am weitesten oben
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Die Logistik

Drei Dinge klärt man besser vorher. Erstens die Maut: In Norwegen gibt es keine Schranken — die Stationen lesen das Kennzeichen, und ausländische Fahrzeuge bekommen die Rechnung nachträglich, wenn sie nicht vorher bei AutoPASS registriert sind. Zweitens die Fähren: Von den Vesterålen auf die Lofoten setzt man über Melbu–Fiskebøl über; über Land führt der Umweg zurück auf die E10. Und drittens der Tank. Auf dem Rückweg durch das schwedische Inland liegen die Stationen weit auseinander und sind oft unbemannte Automaten — das ist kein Drama, solange man nicht mit einem Viertel Tank an einem Sonntagabend darauf zufährt.

Vorher klärenMaut: AutoPASS, ohne SchrankeFähre Melbu–FiskebølTankstellen im Inland: weit, unbemannt
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Der Stellplatz

Norwegen hat den großzügigsten Ruf und die klarste Grenze: Das Jedermannsrecht (friluftsloven) gilt fürs Zelt, nicht fürs Fahrzeug — im Gelände zu fahren oder zu stehen verbietet das Motorferdsellov. Legal ist, wo Parken legal ist: Rastplätze, Parkbuchten, Höfe mit Erlaubnis; in Nationalparks und Naturreservaten gelten eigene Regeln, und auf den Lofoten ist der Druck so groß, dass Kommunen eigene Verbotszonen erlassen haben. Schweden handhabt es gleich — Jedermannsrecht fürs Zelt, Terrängkörningslag fürs Fahrzeug —, Dänemark ist am strengsten: außerhalb ausgewiesener Plätze ist Übernachten im Fahrzeug untersagt.

NachgelesenNO: friluftsloven ≠ FahrzeugNO: MotorferdsellovDK: nur auf Plätzen
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Was ich anders machen würde

Weniger Anfahrt, mehr Norden. Gut die Hälfte der Strecke lag im Hin- und Rückweg — für drei Wochen ist das die falsche Verteilung. Beim nächsten Mal würde ich die schwedische Ostküste zügiger nehmen und die gewonnene Woche oben lassen: am Lyngenfjord und auf den Lofoten, wo das Wetter ohnehin darüber entscheidet, ob ein Tag ein Bild hergibt. Und ich würde die Rückfahrt nicht mehr planen, sondern fahren, wenn es so weit ist.

Korrekturweniger Anfahrtdie Woche oben lassenRückweg offen lassen

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